Thomas Kellner stellt in der Hees Bürowelt aus

Seine Motive findet Fotokünstler Thomas Kellner rund um den Globus: Von der Chinesischen Mauer über die Brooklyn Bridge in New York und den Pariser Eiffelturm bis hin zum Stonehenge-Wunder in England. Und weltweit sind auch seine Ausstellungen. Honolulu, Madrid, Genua, Brasilia und Sydney sind nur eine kleine Auswahl internationaler Präsentations-Orte seiner Kunst. Und nun ist Siegen an der Reihe. Genauer gesagt die Eingangshalle der Firma Hees Bürowelt. Es ist die inzwischen 9. Ausstellung entlang der sich in den ersten Stock hinaufschwingenden Rampe.

Der Künstler

Jan Michael Schöne, für Marketing und Kommunikation von Hees Bürowelt zuständig, freut sich: „Auch für uns Angestellte ist es immer wieder spannend, was die neue Ausstellung bringt. Wir leben ein halbes Jahr lang mit den Kunstwerken.“

Franz-Josef Weber vom mitveranstaltenden Kunstverein Siegen ergänzt: „Es ist nie Kunst von der Stange, die hier gezeigt wird, sondern die Werke werden speziell für diese Rampe geschaffen. Und da stand Thomas Kellner schon lange auf unserer Wunschliste.“

Thomas Kellner, in Bonn geboren und durch seine Eltern schon früh mit Kunst infiziert, studierte an der Uni Siegen Kunst und Sozialwissenschaften. Besonders prägte ihn Prof. Jürgen Königs, der ihm die faszinierenden Möglichkeiten der Lochkamera näherbrachte. Spätestens nach dem Examen verabschiedete sich Thomas Kellner von seinem ursprünglichen Berufsziel Lehrer. Er nahm in Kauf, nachts Taxi zu fahren, um am Tag Kunst machen zu können. Zunächst Malerei, dann jedoch immer mehr die Fotografie. Dabei beschäftigte ihn eine Kernfrage: „Wie kann ich Momente der Bewegung ins Bild bringen?“

Seine künstlerische Antwort: Die Erfindung des Kontaktbogens, auf dem er Filmbilder im Format 35 Millimeter aneinander reiht und so vor allem Gebäude scheinbar in Bewegung versetzt oder in eine Welle verwandelt. Mit dieser von ihm erfundenen Fotografier-Technik reiht Thomas Kellner sich ein in die Reihe der weltweit wichtigsten Fotografen der Geschichte: August Sander und Bernd und Hilla Becher, ebenso Siegerländer wie Kellner selbst. Obwohl viele Monate im Jahr weltweit unterwegs, weiß er: „Hier in Siegen finde ich genau das Umfeld und die Partner, um meine Kunst weiterzuentwickeln. Außerdem gibt es drei Flughäfen, die nur eine Stunde entfernt liegen.“

Ein Gebäude, viele Varianten

Für die Werke, die er in der Ausstellung in der Hees-Bürowelt präsentiert, hat sich Thomas Kellner durch einen Gebäude-Komplex im Hafen von Aarhus inspirieren lassen. Dessen Architektur erinnert an einen durch die Meere schwimmenden Eisberg. Kellner schafft eine neue Wahrnehmung des Eisberg-Gebäudes, indem er es in seinen Foto-Collagen mit einer neuen Umgebung kombiniert: Die Niagara-Fälle, Jerusalem, Argentinien, den Kölner Dom. Oder er montiert das Gebäude mosaikartig zu größeren oder kleineren Wellen, mal ruhig und glatt, mal dynamisch sprudelnd. Und schafft damit die perfekte Kunst für eine perfekte Welle: Die geschwungene Rampe der Firma Hees Bürowelt.

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